Gehalten – Umklammert – Verstoßen?

Der Einfluss von frühen Bindungserfahrungen auf spätere Trauerprozesse

Chris Paul, Trauerbegleiterin, Fachautorin & Dozentin

Die Erfahrungen, die wir mit Bindungen und Kontakt schon in früher Kindheit machen, prägen unsere emotionale Entwicklung. Wer oft genug Zuverlässigkeit, Vertrauen und Klarheit erlebt hat, kann diese „Grundideen“ auch abrufen, wenn sie gerade nicht von anderen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Solche „sicher gebundenen“ Menschen verlieren auch in Zeiten von Stress und Kummer nur vorübergehend die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen. Sie bewahren selbst durch schwere Zeiten hindurch einen grundsätzlichen Glauben an sich selbst und eine Welt, in der auch weiterhin Gutes geschehen kann. Im Gegensatz dazu erleben Menschen, die eher „unsichere Bindungserfahrungen gemacht haben“, beim Tod eines intensiv geliebten Menschen, dass ihnen dauerhaft „die Welt untergeht“. Das kleine Stück Paradies, das der verstorbenen Mensch ihnen in einer unsicheren Welt ermöglicht hat, stirbt mit dem Menschen. Die alte unzuverlässige Welt, in der Vertrauen und Trost unmöglich sind, ist wieder da und doppelt so schwer zu ertragen wie zuvor.

Im Workshop wird das Verständnis für den Einfluss von frühen Bindungserfahrungen auf Trauerprozesse vertieft. Wir besprechen und üben Arbeitsweisen, mit denen unsicher gebundene Trauernde sich die Verstorbenen als tröstende und Sicherheit vermittelnde Ressource zugänglich machen können.

Start:
Donnerstag, 19. April 2018, 10.00 – 18.00 Uhr

Kosten: 120 Euro, schriftliche Anmeldung erforderlich.

Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus
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