Workshop: Trauerberatung als Rekonstruktion gelebter Beziehungen

Der renommierte Trauerforscher aus den USA Prof. Dr. Robert A. Neimeyer zu Gast in Deutschland

Diese Fortbildung ist eine Kooperationsveranstaltung von
„Hamburg Leuchtfeier Lotsenhaus“
„Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung“
„TrauerInstitut Deutschland – Chris Paul“

Workshoptag in Hamburg

Mittwoch, 28. Juni 2017, 10 – 18 Uhr

Die Hintergrundgeschichte der Beziehung verstehen
Workshop in englischer Sprache, durchgehend übersetzt
von Chris Paul

Der Tod beendet ein Leben, aber nicht notwendigerweise eine Beziehung. Auf dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse betrachten wir Trauerprozesse als etwas, wobei Beziehungsfäden zu den Verstorbenen neu geknüpft werden, statt sie endgültig fallenzulassen. Dabei beachten wir, welche Umstände diesen natürlichen Prozess behindern können.

Videoaufzeichnungen von Gesprächen mit KlientInnen, die ein Kind, ein Elternteil oder einen Partner verloren haben, sensibilisieren die Teilnehmenden für verschiedene Interventionen und Methoden, mit denen die Hintergrundgeschichte einer Beziehung zuerst sichtbar wird. Daran anschließend werden die zugrundeliegenden Bedeutungsmuster einer über den Tod hinaus bestehenden Beziehung verständlich und schließlich gibt es Möglichkeiten, Veränderungen anzubieten.

Der/die Verstorbene wird „neu vorgestellt“ und in die soziale und emotionale Welt der Hinterbliebenen integriert. Die anhaltende Verbundenheit mit dem geliebten Menschen ermutigt zu einem Blick in die Zukunft und zu einem Durcharbeiten von Schuldfragen, Wut und Verzweiflung, die der Tod und das zuvor gemeinsam gelebte Leben ausgelöst haben.

Die Teilnehmenden lernen

• Risikofaktoren und Symptome einer anhaltenden Trauer zu identifizieren
und mit ihnen zu arbeiten
• KlientInnen anzuregen, die Rolle des Verstorbenen für ihre eigene
Identität zu verstehen
• Den eingefrorenen Dialog mit den Verstorbenen neu zu beleben, um den
Trauerprozess voranzubringen
• Dimensionen der „unsicheren Bindung“ zu verstehen, die Trauerprozesse
erschweren
• Formen anhaltender Verbundenheit zu unterscheiden in die Formen, die
hilfreich und gesund sind und die, die das Weiterleben erschweren
• Techniken, die den imaginierten Dialog zwischen Verstorbenem und
Hinterbliebenem gestalten
• Techniken, um die bisher unsichtbare „Loyalitäten“ des Trauernden zum
Verstorbenen sichtbar zu machen, wenn sie das Weiterleben erschweren
Kosten: 160 Euro
(inklusive Mittagessen, BVT-Mitglieder erhalten 10 % Ermäßigung)

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Robert A. Neimeyer, Ph.D.

Prof. Dr. Robert A. Neimeyer_FotoEiner der weltweit profiliertesten Forscher im Themenkomplex Tod und Trauer.
Der Professor für Psychologie an der Universität Memphis ist Autor von 27 Büchern und Herausgeber der Fachzeitschrift Death Studies. Er war Vorsitzender der International Work Group for Death, Dying and Bereavement und Präsident der Association for Death Education of Counseling.
Seine langjährigen Erfahrungen als praktizierender Psychotherapeut und im Einsatz kreativer Methoden versprechen eine praxisnahe Vermittlung seines Wissens.