Workshop: „Ein Koffer für die letzte Reise – Erinnerungskoffer (nicht nur) für Kinder“

AG Hospizarbeit und Sterbebegleitung in der Diakonie Hessen

Die Begleitung Sterbender, ihrer Angehöriger und Trauernder gehört schon immer zu den Aufgaben der Kirche und ihrer Diakonie in der Nachfolge Jesu Christi.
Ambulante Hospizgruppen und stationäre Hospize haben sich auch im Bereich unserer Landeskirche dieser Aufgabe unter heutigen gesellschaftlichen Bedingungen in besonderer Weise angenommen.
Einige dieser Gruppen haben sich zur Arbeitsgemeinschaft für Hospizarbeit und  Sterbebegleitung in der Diakonie Hessen zusammengeschlossen. Die „AG
Hospiz“ will diakonische Hospizdienste in Hessen unterstützen und sieht in Ergänzung zu anderen Interessenvertretungen in Hessen vor allem drei Schwerpunkte ihrer Arbeit.
Sie möchte
1. das Hospizthema im Bereich von Kirche und Diakonie durch kompetente und verantwortliche
Ansprechpartner vertreten,
2. sich über gemeinsame diakonische Standards und Inhalte der Arbeit verständigen und
3. auf eine stärkere Wahrnehmung der Hospizarbeit in der kirchlichen Öffentlichkeit hinwirken.
Die Arbeitsgemeinschaft ist offen für alle Hospizgruppen, die als kirchliche Gruppen oder selbstständige Träger Mitglied der Diakonie Hessen sind.

Hintergrund

Eine verblüffende Idee, sich anders mit dem Tod auseinanderzusetzen, hatte der Bestatter und  Trauerberater Fritz Roth aus Bergisch Gladbach. Er ließ 103 mitten im Leben stehende Menschen – Frauen und Männer, Alte und Junge, Künstler und Handwerker, Prominente und „normale“ Menschen – in einen Koffer packen, was sie auf der letzten Reise aus diesem Leben begleiten soll. Die Kofferaktion von Fritz Roth bringt uns auf die Idee, über die letzte Reise nachzudenken und dazu, was es für diese letzte Reise braucht … und was wir brauchen, um
auf dieser letzten Reise zu begleiten. Der Volksmund sagt: „Wenn einer eine Reise tut, dann
kann er was erzählen…“ Doch bevor die Reise angetreten wird, braucht es viele Vorkehrungen.

Inhaltliche Schwerpunkte
• Was möchte ich unbedingt nochmal gesehen haben?
• Wovon habe ich schon immer mal geträumt?
• Die Entscheidung: Wohin geht die Reise?
• Was muss ich beachten? (Impfungen, Klima, Sprache)
• Was brauche ich für meine Reise?
• Wie bereite ich mich vor? Wälze ich Reiseführer, lerne ich die Sprache, studiere ich
Landkarten und Reisemöglichkeiten?
• Was bin ich für ein Reisetyp? Bevorzuge ich Kultur- oder Abenteuerreisen? Will ich etwas
sehen, mit Menschen zusammen sein oder suche ich Ruhe und Abgeschiedenheit? Welches
Reiseziel strebe ich an? Liebe ich Berge oder das Meer?

Es gibt also ganz verschiedene Reisetypen und Ziele. Und wenn wir in der Hospizarbeit Menschen auf ihrer letzten Reise begleiten, dann sind wir doch auch so eine Art Reisebegleiter eben für die letzte Reise. Dabei müssen wir uns fragen: „Was brauchen wir
für diese Reisebegleitung eigentlich in unserem Handgepäck? Was brauchen Angehörige und Sterbende in ihrem Koffer für die letzte Reise – bzw. für die Weiterreise ohne den Verstorbenen – in ihrem Erinnerungskoffer?“
Im Workshop selbst werden wir uns mit ganz unterschiedlichen Ansätzen der Biografiearbeit beschäftigen. Wir werden in Form einer Erinnerungswerkstatt gemeinsam an Familiengeschichten arbeiten. Wir gehen der Frage nach, „Mit welchen Materialien,
Methoden und Impulsen können wir sterbende Menschen und ihre Angehörigen auf der letzten Reise unterstützen? „Was könnte unser Handwerkskoffer als Begleitende für die letzte Reise enthalten und was könnte hilfreich sein zur Erinnerung, zur Ermutigung und Stärkung?“
Mit kreativen Methoden und Arbeitsformen wollen wir uns auf Entdeckungsreise begeben und unseren eigenen Erinnerungs- und Werkzeugkoffer gestalten und packen.
• „„ Farben und Materialien
„„ • Musik und Tanz
„„ • Arbeitsmaterialien, wie der Erinnerungskoffer „Vergissmeinnicht“
„„• Informationen zur Biografiearbeit
Natürlich wird auch Raum für eigene Fragen und Anliegen in diesem Zusammenhang sein. Ein Büchertisch wird zum Stöbern und Einkaufen einladen.

Zielgruppe
„„•Ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende in Hospiz und Besuchsdiensten
• Mitarbeitende in der ambulanten und stationären Altenhilfe, Krankenpflege und in
begleitenden Diensten
• Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen
und –referenten
• Mitarbeitende in beratenden und pädagogischen Berufsfeldern

Referentinnen
Christine Stockstrom, Jahrgang 1959, Dipl.- Religionspädagogin, 1. Vorsitzende Bundesverband
Trauerbegleitung e.V. (BVT), Diakonin mit Zusatzausbildung in klinikscher Seelsorge und
Trauerbegleitung (BVT), Dipl.-Supervisorin (DGSv), Dozentin für Hospiz- und Trauerarbeit; langjährige Erfahrung in ambulanter Hospizarbeit und Trauerbegleitung
Elisabeth Lindhorst, Jahrgang 1964, Gemeindereferentin, Trauerbegleiterin (BVT), Tanzleiterin

Anmeldung
Mit dem hier hinterlegten Anmeldeformular bis spätestens zum 4. November 2016
Diakonie Hessen –
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V.
Abteilung Gesundheit, Alter, Pflege
Geschäftsstelle Kassel
Kölnische Straße 136
34119 Kassel
E-Mail: kerstin.stark@diakonie-hessen.de

Eine Anmeldebestätigung erfolgt. Bei Eingang einer Abmeldung Ihrerseits später als 14 Tage vor Tagungsbeginn erlauben wir uns, Ihnen 80% der Tagungskosten in Rechnung zu stellen.

Tagungskosten
€ 175,00 (Tagungsbeitrag inkl. Verpflegung, aber ohne Übernachtungskosten)
Nicht in Anspruch genommene Leistungen werden nicht erstattet. Die Tagungskosten werden durch die Diakonie Hessen in Rechnung gestellt. Mitarbeitenden, die Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Hospizarbeit und Sterbebegleitung der Diakonie Hessen sind, werden die
Tagungskosten – auf Antrag – zu 70% erstattet. Der Antrag
ist vom Träger der Hospizgruppe an den Vorstand
der AG zu richten. Hinweis: Hospizgruppen, die nach
§ 39a SGB V gefördert werden, sollen die Ausgaben
als Fortbildungskosten zunächst im Förderantrag 2016
geltend machen.
Verantwortlich:
Dr. phil. Franca D’Arrigo
Geschäftsführerin der AG Hospizarbeit
und Sterbebegleitung in der Diakonie Hessen
Dipl.-Pädagogin, Dipl.-Sozialarbeiterin