Workshop: Trauerberatung als Rekonstruktion gelebter Beziehungen

Der renommierte Trauerforscher aus den USA  Prof. Dr. Robert A. Neimeyer zu Gast in Deutschland

 

Workshoptage in Bonn

1. Workshoptag in Bonn

Samstag, 1. Juli 2017, 10.00-18.00 Uhr

Die Hintergrundgeschichte der Beziehung verstehen
Workshop in englischer Sprache, durchgehend übersetzt
von Chris Paul

Der Tod beendet ein Leben, aber nicht notwendigerweise eine Beziehung. Auf dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse betrachten wir Trauerprozesse als etwas, wobei Beziehungsfäden zu den Verstorbenen neu geknüpft werden, statt sie endgültig fallenzulassen. Dabei beachten wir, welche Umstände diesen natürlichen Prozess behindern können.

Videoaufzeichnungen von Gesprächen mit KlientInnen, die ein Kind, ein Elternteil oder einen Partner verloren haben, sensibilisieren die Teilnehmenden für verschiedene Interventionen und Methoden, mit denen die Hintergrundgeschichte einer Beziehung zuerst sichtbar wird. Daran anschließend werden die zugrundeliegenden Bedeutungsmuster einer über den Tod hinaus bestehenden Beziehung verständlich und schließlich gibt es Möglichkeiten, Veränderungen anzubieten.

Der/die Verstorbene wird „neu vorgestellt“ und in die soziale und emotionale Welt der Hinterbliebenen integriert. Die anhaltende Verbundenheit mit dem geliebten Menschen ermutigt zu einem Blick in die Zukunft und zu einem Durcharbeiten von Schuldfragen, Wut und Verzweiflung, die der Tod und das zuvor gemeinsam gelebte Leben ausgelöst haben.

Die Teilnehmenden lernen

• Risikofaktoren und Symptome einer anhaltenden Trauer zu identifizieren
und mit ihnen zu arbeiten
• KlientInnen anzuregen, die Rolle des Verstorbenen für ihre eigene
Identität zu verstehen
• Den eingefrorenen Dialog mit den Verstorbenen neu zu beleben, um den
Trauerprozess voranzubringen
• Dimensionen der „unsicheren Bindung“ zu verstehen, die Trauerprozesse
erschweren
• Formen anhaltender Verbundenheit zu unterscheiden in die Formen, die
hilfreich und gesund sind und die, die das Weiterleben erschweren
• Techniken, die den imaginierten Dialog zwischen Verstorbenem und
Hinterbliebenem gestalten
• Techniken, um die bisher unsichtbare „Loyalitäten“ des Trauernden zum
Verstorbenen sichtbar zu machen, wenn sie das Weiterleben erschweren
Kosten: 160 Euro
(inklusive Mittagessen, BVT-Mitglieder erhalten 10 % Ermäßigung)

Anmeldung für einen oder beide Workshoptage in Bonn:
www.puetz-roth.de/anmeldung-workshop-2017.aspx

Veranstaltungsort:
GSI – Gustav-Stresemann-Institut e.V.
Europäische Tagungs- und Bildungsstätte Bonn
Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg
Telefon 02 28-81 07-0
www.gsi-bonn.de

2. Workshoptag in Bonn

Sonntag, 2. Juli 2017, 10.00-18.00 Uhr

Die Geschichte des Sterbens und der eigenen Trauer verstehen
Workshop in englischer Sprache, durchgehend übersetzt
von Chris Paul

Dieser Workshoptag findet NUR in Bonn statt. Voraussetzung ist die Teilnahme am 1. Workshoptag in Hamburg oder Bonn.

Der Workshop startet mit der Macht der „Präsenz“ als fundamentale Dimension der therapeutischen/beraterischen Beziehung in der Fähigkeit, „den Rahmen zu halten“. Abschließend geht es darum, wie wir ohne Umwege die Bedürfnisse unserer KlientInnen identifizieren können, vor allem, wenn sie unter anhaltender Trauer leiden.

Dann werden wir uns damit beschäftigen, wie ein sicherer „Container“ etabliert werden kann für ein heilsames „Wiedererzählen“ des Verlustes. (Basierend auf dem dualen Prozessmodell von Stroebe/Schut und dem Ansatz von Neimeyer zur Rekonstruktion von Sinn und Bedeutung).

Anhand von Videoaufzeichnungen echter Gespräche mit KlientInnen, die Angehörige durch Krebs, Unfall oder Suizid verloren haben, lernen wir:

Die Geschichte „zwischen den Zeilen“ zu hören

• Die bisher unausgesprochene Bedeutungsebene, die sie dem Tod und ihrer
Trauer geben, wahrzunehmen
• Wie wir KlientInnen unterstützen können, die Geschichte des Sterbens in
ihre gesamte Lebensgeschichte zu integrieren.

Ziele sind

• Verbesserte Wahrnehmung von Risikofaktoren und Symptomen von
Trauerprozessen und ihrer Einordnung
• Intensivierte Bewusstheit für die Herausforderung an Spiritualität und
Sinnfragen, die gewaltsame Tode mit sich bringen
• Fähigkeit, zwischen therapeutisch begründeter „Präsenz“ und
„Nicht-Präsenz“ unterschieden zu können“
• Erweiterter Methodenschatz, der KlientInnen hilft, ihren Verlust und ihre
Trauer in eine für sie als sinnvoll erlebte innere Ordnung zu bringen.
Dazu gehören der Gebrauch von Metaphern, Körperarbeit und verschiedene
erzählerische Interventionen wie das heilsame „Wiedererzählen“ und das
„Wiederaufsuchen“ einzelner Situationen der Verlustgeschichte
• Fähigkeit, zu unterscheiden zwischen direktem Erzählen mit starker
emotionaler Beteiligung und dem Erzählen mit innerer Distanz, die eine
Modulation der aufsteigenden Gefühle ermöglicht

1. und 2. Workshoptag in Bonn
Kosten: je Tag 160 Euro
(inklusive Mittagessen, BVT-Mitglieder erhalten 10 % Ermäßigung)

Anmeldung für einen oder beide Workshoptage in Bonn:
www.puetz-roth.de/anmeldung-workshop-2017.aspx

Veranstaltungsort:
GSI – Gustav-Stresemann-Institut e.V.
Europäische Tagungs- und Bildungsstätte Bonn
Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg
Telefon 02 28-81 07-0
www.gsi-bonn.de
Einen Folder zu den Workshoptagen finden Sie hier

Bei Fragen zu diesem Fortbildungsangebot können Sie sich gerne an uns wenden.
Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@puetz-roth.de oder rufen Sie uns an unter Tel. 02202-9358 157.

Robert A. Neimeyer, Ph.D.

Einer der weltweit profiliertesten Forscher im Themenkomplex Tod und Trauer.
Der Professor für Psychologie an der Universität Memphis ist Autor von 27 Büchern und Herausgeber der Fachzeitschrift Death Studies. Er war Vorsitzender der International Work Group for Death, Dying and Bereavement und Präsident der Association for Death Education of Counseling.

Seine langjährigen Erfahrungen als praktizierender Psychotherapeut und im Einsatz kreativer Methoden versprechen eine praxisnahe Vermittlung seines Wissens.